Was ist das? Wie geht das?

Konvertieren - mit welchem Ziel?

Dateiformat · Grafikmodus


Wissenswert

vom Amiga konvertiert
Bild 1: Konvertiert vom Amiga, ein Beispiel für das Konvertieren von Dateiformaten (IFF nach GIF)

Definieren wir doch mal:

Konvertieren ist der Übergang eines Objekts (oder auch eines Subjekts) von einem (regelbasierten) Bezugssystem in ein anderes. Der Zweck des Konvertierens ist, dass man das Objekt (oder Subjekt) in einen besseren (oder besser geeigneten) Zustand versetzen möchte. Für eine erfolgreiche Konvertierung ist es erforderlich, sowohl den Ausgangszustand als auch den Zielzustand genau zu kennen, denn sonst misslingt dieser Vorgang.


Was wir hier so allgemeingültig formuliert haben, gilt natürlich im Besonderen für die Grafik des C64. Sie ist (für heutige Verhältnisse) ganz unangenehmen Beschränkungen unterworfen: geringe Punktauflösung (320×200 Pixel), geringe Farbauflösung (16 fest verdrahtete Farben und erhebliche Beschränkungen bei der Anzeige der Farben). Auch die technische Organisation der Farbzuordnung ist uneinheitlich und daher umständlich zu handhaben: einerseits ist sie registerorientiert (Hintergrundfarbe, Rahmenfarbe), andererseits werden die Farben in bestimmten (voneinander getrennten) Speicherabschnitten festgehalten, jedenfalls nicht dort, wo sich die Bildpunkte befinden.

Wenn etwas aus so vielen Einzelteilen besteht, dann kann man sich leicht vorstellen, dass es zig verschiedene Wege geben muss, diese Teile zusammenzusetzen. Genau das ist auf dem C64-Sektor passiert. Jedes Grafikprogramm setzt seine Bilder aus anders gewichteten Bestandteilen zusammen und speichert diese auch auf je eigene Weise auf Datenträgern ab. Dabei entstehen zwei entscheidende Probleme:

· Bilder, die von Programmen stammen, die sich auf einen bestimmten Grafikmodus spezialisiert haben, können Bilder von Programmen mit einer anderen Ausrichtung nicht adäquat darstellen.
· Bilder, die von dem einen Programm gespeichert wurden, kann das andere Programm nicht fehlerfrei einlesen.

Vorgehen

Beide Probleme können gelöst werden, wenn man die Bilddaten des einen Programms für die Bearbeitung in einem anderen Programm vorbereitet, die Daten also konvertiert. Und hier kommt GoDot ins Spiel: Zum einen verwaltet GoDot seine Bilddaten so, dass alle erforderlichen Informationen zum Aussehen eines Bildpunktes in diesem selbst festgehalten werden (4Bit-Format). Zum anderen versteht GoDot rund 90 verschiedene Grafikspeicherformate und kann diese auf etwa 50 verschiedene Weisen wieder auf Datenträger zurückschreiben.


1. Konvertieren des Dateiformats

Eigentlich ist das Konvertieren von einem Dateiformat in ein anderes ein simpler Vorgang: Man installiert den Lader für das Quellformat, den Saver für das Zielformat, lädt das Bild und speichert es wieder ab, fertig. Im Prínzip ist es genau so einfach, aber man sollte doch einige Dinge darüber, wie GoDot dabei vorgeht, wissen, damit man nicht doch plötzlich mit unvorhergesehenen Ergebnissen konfrontiert wird:

vom ZX Spectrum konvertiert
Bild 2: Ein weiteres Beispiel für eine Dateikonversion: ein Bild vom ZX Spectrum (ZX Spectrum SCR nach GIF)
von PCX konvertiert
Bild 3: Vorlageformat PCX

nach Plus/4 konvertiert
Bild 4: Zielformat Plus/4 Botticelli

GoDot wurde als Konvertierungswerkzeug in einigen bekannten Softwareprojekten genutzt.

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2. Konvertieren des Grafikmodus

Da nun GoDot die Eigenschaft besitzt, das Aussehen eines Pixels in ihm selbst festzuhalten, ermöglicht dies Konversionen wie hier im Beispiel: Aus einem farbigen Hiresbild kann man mit GoDot auf Klick ein sehr gut an den Multicolormodus angepasstes neues Bild zaubern (mit ForceMulti, Bild 6, oder auch mit Antialiasing, Beispielbilder s. dort). Das gleiche Ausgangsbild kann GoDot aber ebenso in ein auch in diesem besonderen Modus immer noch beeindruckendes IFLI-Bild konvertieren (Bild 7, enthält 72 Farben). Oder auch in ein genauso beeindruckendes monochromes Bild, wie es z.B. für einen Schwarzweiß-Drucker gebraucht würde (Bild 8). Das erste der folgenden vier Bilder (als Vorlage für die anderen) ist ein erstaunliches Beispiel für großes gestalterisches Können im farbigen Hiresmodus:

Aus Hires... (zwei Farben pro Kachel)
aus Hires
Bild 5: von Mermaid (reines Hires, Link)
...wird Multi... (vier Farben pro Kachel)
wird Multi
Bild 6: Multicolor-Doppelpixel

...oder auch IFLI... (16 Farben pro Kachel aus 136 Farben, hier sind 72 Farben im Bild)
oder IFLI
Bild 7 (GoDot hat hier Mischfarben aus je zwei nebeneinander liegenden Pixeln generiert, 72 Farben im Bild)
...und selbstverständlich Monochrom (ganz ohne Farben)
und monochrom
Bild 8 (farblos, jede Farbe wird durch ein anderes monochromes Muster ersetzt)

Natürlich beherrscht GoDot auch die umgekehrte Richtung beim Konvertieren von Farben: aus vielen mach wenige. Bild 9 ist ursprünglich ein JPG-Bild mit 16,7 Millionen Farben, nun reduziert auf ganze 16. In Bild 10 wies die Vorlage 256 VGA-Farben auf, in Bild 11 waren es 32 Amiga-Farben. Schließlich in Bild 12 sehen wir 256 PC-Graustufen.

Ursprünglich 16,7 Millionen Farben...
JPG-Bild
Bild 9 (Reduzierung von 16,7 Millionen auf 16 Farben)
...bzw. 256...
VGA-Bild
Bild 10 (nicht so deutlich reduziert, in diesem Bild gibt es - eher versteckt - 108 verschiedene Farben)

...und 32 Amiga-Farben...
IFF-Bild
Bild 11 (von den 32 Farben sind 8 übrig geblieben, aber bei gleicher Anmutung)
...oder auch 256 Graustufen (sogar in Bewegung)
Graustufenbild
Bild 12 (mit nur 5 statt 256 Graustufen)

Dabei ist GoDot in der Lage, die unterschiedlichen, in der C64-Szene gebräuchlichen Farbsysteme (Pepto, Colodore, Community Colors usw.) sowohl beim Einlesen der Daten als auch beim Wiederwegschreiben zu berücksichtigen. Bild 5 und 6 oben sind z.B. in der Pepto-Palette gehalten (Bild 6 zeigt die Pepto-Farben aus GoDot).

Ein Anzeigemodus, der immer wieder vergessen bzw. oft sogar missachtet wird, ist der reine Text- oder PETSCII-Modus. Commodore hat bei der Definition der Textzeichen von vornherein grafische Möglichkeiten mitgedacht und den Zeichensatz mit sehr vielen Zeichen ausgestattet, mit deren Hilfe man Rahmen, Hintergünde, Diagramme usw. erstellen kann. Obwohl also die Auflösung in diesem Modus nur magere 40×25 Kacheln beträgt, sind die Gestaltungsmöglichkeiten sehr viel weitreichender. Entsprechend kreative Grafiker können mit den Grafikzeichen des Textmodus schon erstaunliche Bilder erstellen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Textmodus-Grafik (auch "PETSCII-Art" genannt)...
PETSCII
Bild 13: von Redcrab
...dies ist auch PETSCII-Art
PETSCII
Bild 14: wieder eins von Mermaid

Wenn diese PETSCII-Art-Bilder in Form von PRINT-Anweisungen im Rahmen eines BASIC-Programms vorliegen, kann GoDot sie nach Hires konvertieren (mittels PrintTo4Bit). Mit dem C64Studio von Endurion kann man z.B. solche BASIC-Dateien für GoDot herstellen. Außerdem sollte man sich mal intensiv mit dem PC-Tool "PETSCII" von Marq beschäftigen, das die Konvertierung beliebiger Vorlagen unterstützt.

Hier ein Konversionsergebnis (Textmodus nach Hires) mit PrintTo4Bit unter GoDot (Bild aus dem 64'er Magazin, Ausgabe 04/86):

Konvertiert von GoDot: PETSCII nach Hires
PETSCII
Bild 15: aus einem Wettbewerb des 64'er Magazins

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Arndt Dettke
support@godot64.de